January

Orthograde endodontische Revision versus Wurzelspitzenresektion

Bei einer 17-jährigen Patientin sollte aufgrund persistierender Beschwerden am Zahn 46 zum dritten Mal eine Wurzelspitzenresektion (WSR) der distalen Wurzel durchgeführt werden. Die Erhaltung des Zahnes erschien hoffnungslos zu sein.
Während der orthograden Revision wurden als Ursachen für die persistierende apikale Parodontitis ein unbehandelter mesiobukkaler Kanal sowie insuffiziente Wurzelfüllungen mit erheblicher bakterieller Besiedlung festgestellt (Abb. 1,4 und 5). Nach Entfernung der Wurzelkanalfüllung, erneuter Aufbereitung und gründlicher Desinfektion wurde ein Kollagen-Widerlager apikal der distalen Wurzel geschaffen, damit MTA-Zement optimal appliziert werden konnte (Abb. 2 und 6). Die Obturation des mesialen Wurzelkanalsystems erfolgte mittels vertikaler thermoplastischer Kompaktion (Abb. 3 und 7). Abschließend wurde die Kavität mit einem bakteriendichten adhäsiven Verschluss versorgt.
Zur Kontrolle 2 Jahre p. op. ist die Patientin beschwerdefrei und die periapikale Aufhellung hat sich vollständig zurück gebildet (Abb. 4).
Den Leitlinien zur WSR der DGZMK folgend empfiehlt sich, die Indikation vor WSR kritisch zu prüfen. Die orthograde Revision stellt bei Unzulänglichkeiten das Mittel der Wahl dar und sollte einer WSR zunächst vorgezogen werden.

Dr. Maik Göbbels, Hoyerswerda
dr.maik,goebbels@t-online.de

 

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